Autoreninterview mit Chris M. Wagner
Der Autor Chris M. Wagner, Erfinder des Buches "Social Network - Die Bibliothek des Schicksals" bei uns im Interview!
Autorenwebsite: www.chrismwagner.de
Leseprobe aus seinem Buch "Social Network - Die Bibliothek des Schicksals"
Rezension zu dem Buch "Social Network - Die Bibliothek des Schicksals"
Wir Lesen:
Würdest Du dich bitte einmal unseren Lesern vorstellen?
Chris M. Wagner: Gerne.
Eigentlich bin ich Softwareentwickler. Meinen Alltag verbringe ich am
Schreibtisch, wo ich mich durch Codezeilen in den verschiedensten Programmiersprachen
wurstle.
Ich bin Baujahr 1972 und lebe mit meiner Familie in einem Vorort von München,
in einer ruhigen Gegend, wo die Welt noch in Ordnung ist.
Natürlich lese ich viel. Ich höre oft und viel Musik - Charts und Oldies
- und ich zeichne gern. Doch im Mittelpunkt meines Lebens steht meine
Familie. Und ich genieße es, so viel Zeit wie möglich mit meiner wundervollen
Frau und meinen tollen Töchtern zu verbringen.
Wir Lesen:
Wie kamst Du zum Schreiben? Was bewegt Dich dazu?
Chris M. Wagner: 1999, Hochzeitsreise,
Malediven. Ich nahm ein Büchlein mit und zeichnete Bleistiftskizzen. Doch
irgendwie wollte mich die Idee nicht loslassen, da eine Kurzgeschichte
reinzuschreiben.
In der Schule gab es für mich nichts Schlimmeres als das Fach Deutsch.
Ich hatte es nicht mit der Rechtschreibung und Aufsätze waren was für
Mädchen. Trotzdem wollte meine erste Geschichte unbedingt geschrieben
werden und schließlich fühlte es sich toll an, als die vermutlich schlechteste
Kurzgeschichte der Welt fertig war. Genre: Gruselfürchtgeschichte.
Mangels Zeit und Muße hab ich dann den Füller wieder zur Seite gelegt.
Doch von da an lauerte dieses Schreibgerät unaufhörlich in Angriffsposition
und ich grübelte viel, was ich denn schreiben könnte. 2006 packte ich
die Sache aufs Neue an, las unzählige Schreibratgeber und bastelte ernsthaft
an den ersten Texten.
Meine Geschichten sollen unterhalten - nicht mehr und nicht weniger. Ich
unterstelle meinen Texten keinerlei literarischen Anspruch. Ich wünsche
meinen Lesern ein tolles Erlebnis und fertig aus.
Wir Lesen:
Welches Genre bevorzugst Du persönlich?
Chris M. Wagner: Mit den
Büchern ist‘s bei mir wie mit Kleidung: Es muss passen. Ändert sich die
Jahreszeit, braucht‘s andere Klamotten. Und erlebt man einen Wachstumsschub,
benötigt man auf einmal einen kompletten Satz neuer Anziehsachen. Was
ich damit sagen will: Ein Roman, den ich heute mit Spaß lese, würde ich
morgen oftmals zur Seite legen.
Ich lese gerne Fantastisches: Robert Asprin, Terry Pratchett, aber auch
Bentley Little und natürlich Stephen King. Zurzeit ziehe ich sehr gerne
das Genre Horror an - aber wer weiß schon, wie lange es mir noch passt?
Wir Lesen:
Neben Deinem Mysterythriller „Social Network“ hast Du bisher auch ein
Kinderbuch veröffentlicht. Wenn Du wählen müsstest, welches Buch liegt
Dir mehr am Herzen und warum?
Chris M. Wagner: Das Buch
„Unter dem Regenbogen“ ist das erste und letzte Kinderbuch aus meiner
Schreibe. Ich hatte viel Spaß mit dem großen Abenteuer des Glückszwergs
namens Detwin Goldlocke. Aber letzten Endes war das Buch für mich ein
Lehrbuch, um Dinge auszuprobieren - Plot, Szenenaufbau etc. Es liegt mir
vor allem aus zwei Gründen am Herzen: Die Illustrationen sind von mir
und es ist meinen Töchtern gewidmet.
Nichtsdestotrotz ist „Social Network. Die Bibliothek des Schicksals“ die
Art von Buch, die ich immer schreiben wollte und somit mein erstes richtiges
Bücherbaby.
Wir Lesen:
Wie entstand die Idee zu „Social Network“?
Chris M. Wagner: Wow. Eine
schwere Frage.
Ich beschäftige mich von Berufswegen u.a. mit Netzwerken und hatte schon
länger den Gedanken im Kopf, dass wir uns alle in einem großen sozialen
Netzwerk bewegen. Der Alltag ist ein Social Network. Alle Ereignisse hängen
zusammen, die Wirkung des Einen ist die Ursache des Nächsten.
Der nächste Schritt in der Buchentstehung war eine einzelne Szene, die
mir nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte: Daniel Lang, der das Krankenhaus
betritt und von der Familie seiner Verlobten zurückgewiesen wird. Es war
ein Gefühl, als hätte ich ein Ohrwurm, der mir nicht mehr aus dem Kopf
gehen will. Schließlich habe ich alles andere zur Seite geschoben und
Daniels Auftritt zu Papier gebracht.
Zuletzt mischte sich die Idee hinzu, den Leser mit Schicksalsschlägen
radikal zu verwirren, bis er aufgibt, einen tieferen Sinn hinter alldem
zu suchen, um ihn anschließend mit der großen Story - holzhammermäßig
- zu erschlagen. Ich weiß noch nicht, ob dieser Einfall de facto so gut
war. Manche Leser nehmen mir diesen Storyaufbau übel. Funktioniert hat
er.
Wir Lesen:
War von vorneherein klar, in welche Richtung das Buch (Social Networtk)
gehen würde?'
Chris M. Wagner: Allerdings.
Ich hatte von Anfang an die finale Szene im Kopf und habe mich gezielt
an diese Stelle rangeschrieben. Der Weg war noch etwas verwaschen und
teilweise haben die Figuren selbst die Initiative ergriffen und zusätzliche
Kurven eingebaut.
Das Schicksal als Leitthema stand von vorneherein fest. Und sogar das
Cover - das beobachtende Auge umschlungen von einem unendlichen Schicksalsknoten
- war schon ziemlich früh als Bild in meinem Kopf.
Wir Lesen:
Was dürfen wir als Nächstes von Dir erwarten? Arbeitest du an weiteren
Projekten?
Chris M. Wagner: Klar. Das
Thema des nächsten Mysterythrillers spukt seit Ewigkeiten in meinem Kopf
herum und ich werde mich demnächst dran machen, die ersten Zeilen zu Papier
zu bringen. Macht euch auf einen weiteren unheimlichen und technischen
Thriller gefasst - mit einem Hauch von Horror.
Wir Lesen:
Was möchtest Du zum Schluss unseren Lesern noch mitteilen?
Chris M. Wagner: Das Netz
kennt dich. ;-)
Und ein großes Dankeschön an alle, die sich die Zeit genommen haben meinen
Roman zu lesen!
Chris M. Wagner
Wir Lesen bedankt sich recht herzlich bei Chris M. Wagner für das Interview!








